Winter-Anlass 2026 – Wie präparieren die Aroser Bergbahnen unsere Skipisten
- VivArosa

- 27. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 29. Jan.
Am Samstag, 24. Januar 2026 wurden über 40 VivArosa-Mitglieder in der Garage der Pistenfahrzeuge durch Walter «Wadi» Tschanz, Leiter Pisten/Rettung, und Andreas «Näbis» Sturzenegger, Leiter Technik, in die Geheimnisse eingeführt, wie unsere Skipisten präpariert werden.
Wadi, informierte uns über die Beschneiungsanlage und zeigte uns die grosse Pumpenstation bei der Mittelstation. Im Zusammenhang mit dem Neubau der Hörnlibahnen werden alle Pisten im Hörnligebiet langfristig die technische Beschneiung erhalten. In seinem Büro kann Wadi auf dem Bildschirm jederzeit die aktuellen Schneehöhen auf den verschiedenen Skipisten ablesen. So kann die Schneeproduktion der einzelnen Schneeerzeuger gesteuert werden und der Energiebedarf angepasst werden.
Näbis zeigte uns die Werkstätten und in der Garage die verschiedenen Pistenfahrzeuge mit ihren verschiedenen Auf- und Anbauten. Er erklärte uns, wie die Bully-Fahrer intern durch ein Göttisystem, d.h. durch die erfahrenen Fahrer, ausgebildet werden. Vor allem für den erstmaligen Aufbau einer Piste Anfangs Winter werden Fahrer mit 2 – 3 Jahren Erfahrung benötigt. Drei der grossen Fahrzeuge haben einen Hybridantrieb. Diese hätten, so Näbis, eine riesige Kraft und würden nur so ca. 20% des Diesels, gegenüber den normalen Antrieben benötigen.
An einem Sommer wurde das ganze Skigebiet mit dem GPS vermessen. Die Pistenfahrzeuge sind mit GPS verbunden. Der Fahrer weiss nun jederzeit, wie dick die Schneedecke unter dem Fahrzeug ist, und wo er noch Schnee zum Verteilen hat. Gemäss Näbis kostete das System Fr. 300'000.-. Dank der grossen Ersparnis bei der Pistenpräparation und Schneeproduktion konnte der gesamte Betrag in einem bis zwei Winter wieder eingespart werden.
Näbis erklärte uns, dass die ABB praktisch alle Wartungs- und Reparaturarbeiten selbst ausführen. Alle sicherheitsrelevanten Teile werden gemäss einem Plan periodisch zerlegt, gereinigt und in einem Dunkelraum durch externe Spezialisten auf Risse kontrolliert.
Für die technische Beschneiung wird Druckluft, Strom und Wasser benötigt. Es wird nur Trinkwasser und absolut keine Chemikalien verwendet. Man könnte, so Wadi, eigentlich von Bio-Schnee sprechen. Sehr wichtig ist aber auch das korrekte Zusammenspiel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Ein «Geheimnis» ist, wie die ABB aus technischem Schnee naturähnlichen Schnee machen. Der natürliche Schnee hat eine Kristallform. Der technische Schnee hat die Form einer Kugel mit einem Wassertropfen in der Mitte. Wird der technische Schnee sofort zu einer Piste zusammen gepresst, verteilt sich das Wasser im Schnee. Das Resultat sind dann eisige Pisten. Das «Geheimnis» liegt nun darin, den produzierten technischen Schnee vor der Verwendung etwa eine Woche liegen bzw. abtrocknen zu lassen. Das erklärt auch, wieso nicht alle Pisten gleichzeitig geöffnet werden können.
Das Wasser für die technische Beschneiung kommt vorwiegend aus dem Speicherbecken über dem Restaurant Alp Arosa. Für die ganze Beschneiung werden 8 volle Becken benötigt. Wenn es sehr kalt ist, fliesst auch weniger Wasser in das Becken nach. Deshalb konnte dieses Jahr erst spät mit der Beschneiung der Talabfahrt begonnen werden. Um für diesen Fall genug Wasser zu haben, ist vorgesehen, die Pumpleitung von der Isla her zu vergrössern. Im Sommer könnte dann mit dem Wasser aus dem Speicherbecken mit einer Turbine Strom erzeugt werden.
Für uns war es eindrücklich, mit wie viel Technik, Fachwissen und Enthusiasmus das ABB-Pisten-Team unsere Skipisten über Nacht immer wieder zu dem bekannten perfekten Zustand aufbereitet. Eine sehr interessante und kompetente Führung.
Im Anschluss trafen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Terrasse der Brüggerstube zu einem Apéro. Dabei wurden der Gewinner des Wettbewebs «König für eine Nacht-Fahrt mit dem PistenBully» ausgelost. Es ist dies Stefan Wittmer.
Text und Fotos: Markus Rutsch





























